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Ketzereien

Ketzereien
Von Günther Anders

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  • Amazon-Verkaufsrang: #166490 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 1996-08-20
  • Originalsprache: Deutsch
  • Einband: Taschenbuch
  • 357 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Kurzbeschreibung
... mit dem Titel Ketzereien möchte ich doch anzeigen, daß ich nicht wünsche, als Verfasser von unverbindlichen, mehr oder minder unüblichen Beobachtungen oder von mehr oder minder geschliffenen Glossen klassifiziert zu werden, ..., vielmehr als Vertreter von Kampfthesen, die es mindestens verdienen würden, attackiert zu werden..., so Günther Anders im Vorwort seines Buches. Nachdem er den zweiten Band seiner "Antiquiertheit des Menschen" abgeschlossen hatte, schrieb Günther Anders alles nieder, was ihm im Laufe der letzten Jahre über Gott und die Welt, über die Natur, Mitmenschen und Kunst eingefallen war. Die dabei entstandenen provokanten Eintragungen und Texte bezeugen eindrucksvoll die Lebensnähe und Menschlichkeit dieses großen Denkers und Autors.

Autorenportrait
Günther Anders, 1902 geboren, promovierte 1923 bei Husserl, emigrierte 1933 nach Paris und 1936 nach Amerika. Er ist "der wahrscheinlich schärfste und luzideste Kritiker der technischen Welt" (Jean Amery), sein Hauptwerk ist "Die Antiquiertheit des Menschen".


Kundenrezensionen

"Ferien vom Moralismus"5
In diesem Alterswerk hat Günther Anders (1902-92) laut eigener Aussage in mehr oder weniger zusammenhängenden Stichworten all jene Einfälle und Seitenblicke versammelt, die keinen Eingang in den 1980 erschienenen zweiten Band seines Hauptwerks, der "Antiquiertheit des Menschen" gefunden haben. Das Themenspektrum des Buches ist daher ungewöhnlich breit, sofern man die Antiquiertheit und alle anderen Andersschen Schriften, wie der Autor selbst, als (bloße) Variationen eines einzigen Themas versteht: das der potentiellen Selbstausrottung des Menschen durch seine eigenen technischen Erfindungen.

In den Ketzereien gönnt sich Anders also "Ferien vom Moralismus" und philosophiert, manchmal charmant und ironisch, über Gott und die Welt, Natur, Liebe, Leiblichkeit, Terrorismus, Heidegger, Marx, Kant und sich selbst (so klärt er den Ursprung und Sinn der Selbstcharakterisierung als "Gelegenheitsphilosoph" auf; vgl. S. 342, 347). Breiteren Raum nehmen Überlegungen zur Anthropologie ein, die Anders in jungen Jahren (er war der letzte Assistent Max Schelers in Frankfurt) ursprünglich als umfassendes System entwickeln wollte, bevor ihn die Nationalsozialisten aus dem Land und ins Exil vertrieben. Der Beck-Verlag beabsichtigt, die umfassenden Typoskripte aus jener Zeit sowie zwei aus dem Französischen rückübersetzte Artikel aus den Recherches Philosophiques demnächst in einem Band herauszubringen - eine kleine Sensation, auf die man gespannt sein darf! Bis dahin empfiehlt sich die Lektüre der Ketzereien (zu denen sich im Nachlass ein ebenfalls noch unveröffentlichter zweiter Band befindet).

Ab und an roch ich den Scheiterhaufen4
Anders ist für mich einer der klardenkesten Autoren.
In diesem Buch ,die den Dialogen des Sokrates gleichen, gibt es genau wie in seinen anderen Büchern zahlreiche Denkanstösse an die alte Frage "ob denn Gott existiere" heranzugehen. Beneidenswert ist die konsequente Vertretung seiner Meinung, wodurch er einige Freunde verlor. Vor allem die kurz dokumentierten Erlebnisse und Reflexionen sind gut zu lesen und ermöglichen nach jedem Eintrag eine Pause zu eigenen Gedanken.
Hätte er manche Gespräche vor einigen Jahrunderten mit den falschen Leuten geführt,..... Ich roch ab und an das Feuer.

Philosophie light?4
Ich bin gerade dabei, das Buch zu lesen. Nach einigen Seiten kann man zwei Dinge feststellen. 1. sokratisch-undoktrinär sind die Dialoge wirklich nicht. Sokrates verstand sich lediglich als Geburtshelfer. Anders stellt zwar ähnlich unbequeme Fragen, aber ER ist es, der zu den nötigen Schlüssen kommt, nicht der Befragte (wobei, ganz davon abgesehen, keiner der Dialoge in der Aporie endet) 2. Stattdessen klingt es zuweilen etwas selbstherrlich, da 'Sokrates' Anders ohne einen eigenen Platon auszukommen hatte, das Buch also selbst schreiben mußte. Ansonsten: Das Buchist, gerade durch seine kurzen Kapitel, äußerst lesenswert und enthält sowohl viele Denkanstöße als auch neue Ansätze zur Lösung alter Probleme.