Produktinformation
Über Heidegger

Über Heidegger
Von Günther Anders

Dieser Artikel wird in diesem Shop nicht zum Kauf angeboten.
Klicken Sie hier, um zu Amazon zu wechseln und weitere Kaufoptionen zu sehen.


26 neu oder gebraucht verfügbar EUR 34,90

Durchschnittliche Kundenbewertung:

Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #852677 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2001-10-18
  • Originalsprache: Deutsch
  • Einband: Gebundene Ausgabe
  • 488 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Kurzbeschreibung
Günther Anders gehört neben Hannah Arendt, Hans-Georg Gadamer, Hans Jonas, Herbert Marcuse und anderen zu den wichtigen Schülern Martin Heideggers. In diesem Band werden Anders’ Texte zur Auseinandersetzung mit Heidegger neu gesammelt und herausgegeben. Zu ihnen gehören nicht nur fast unbekannt gebliebene Aufsätze, sondern vor allem umfangreiche Arbeiten aus dem Nachlaß, die hier erstmals veröffentlicht werden. Günther Anders, der damals noch Günther Stern hieß, studierte 1921-24 in Freiburg bei Husserl und Heidegger Philosophie. Er spielt im Kreis der früheren Schüler eine Sonderrolle, denn er war der einzige, der sich letztlich ganz aus der akademischen Welt entfernte. Aber seine Auseinandersetzung mit dem Denken Heideggers dauerte jahrzehntelang und beschäftigte ihn noch nach der Rückkehr nach Wien im Jahre 1950. Die Texte in diesem Band dokumentieren diese Auseinandersetzung und zeichnen den Weg der langsamen Ablösung von Heidegger, dem "heimlichen König" der deutschen Philosophie (Hannah Arendt), nach. Anders kehrte sich von 1930 an ebenso regelmäßig von der Philosophie ab, wie er sich ihr wieder zuwandte; zeitlebens suchte er die politische Intervention. Seine Arbeiten über Heidegger zeugen von kritischer Angriffslust, von stilistischer Schärfe, aber auch von seinem philosophischen Ernst. Denn Anders’ Einwendungen gegen Heidegger sind mehr als äußerliche Ideologiekritik. Es finden sich bei ihm Einwände, die in den Kern von Heideggers Denken selbst eingreifen. Darüber hinaus werden in Anders’ Auseinandersetzung mit Heidegger Gesichtspunkte deutlich, die in der aktuellen Debatte um die Gentechnik als Korrektiv dienen können. "Heideggers Philosophie entpuppt sich letztlich als ein komisches Phänomen", schreibt Anders an einer Stelle. "Irgendwie schlägt die bloße Selbsterhitzung des Eigentlichwerdens in so etwas wie Tat um; aber eben doch in eine solche Tat, die in die falsche Richtung ausschlägt". Der Grund liege darin, daß Heidegger in die "wirkliche Welt", nämlich "in die geschichtliche Situation, nicht hineinblicken will".

Der Autor über sein Buch
"Die bloße Selbsterhitzung des Eigentlichwerdens" Günther Anders über Heidegger

Über den Autor
Gerhard Oberschlick war Herausgeber der Zeitschrift "Forum" und ist heute Verwalter des Nachlasses von Günther Anders.


Kundenrezensionen

Frischer Wind - für Insider!5
Die Zahl der Heidegger-Apologeten ist unüberschaubar. Die der Kritiker des Meisterdenkers aus Meßkirch auch. Mit dem voluminösen Band "Über Heidegger" aus der Feder von Heideggers jüdischstämmigen Eleven Günther Anders (geb. als Günther Stern 1902 in Breslau) liegt nun ein weites Textkonvolut mit Kritiken aus der Zeit von 1933 bis in die 50er-Jahre vor - und die haben es, bei aller Beschränkung der Perspektive (auf die Philosophie von "Sein und Zeit") und nicht unerheblichen persönlichen Abneigungen des Autors gegen den Lehrer, in sich.

Gewohnt angriffslustig seziert Anders, der als Technik- und Gesellschaftskritiker berühmt wurde, das frühe Werk Heideggers. So untergräbt er in seinem 1946 zuerst auf Englisch erschienenen Aufsatz über die "Schein-Konkretheit von Heideggers Philosophie" überzeugend die Fundamente der Heideggerschen Fundamentalontologie und stellt ihnen eigene anthropologische Überlegungen entgegen. Seine Begriffskritik der Eigentlichkeit hat Adorno maßgeblich inspiriert. Darüber hinaus hat man Anders' Kritik kaum vernommen, teils weil er zeitlebens ein akademischer Außenseiter blieb, vielleicht aber auch, weil man sie nicht hören wollte. Was in diesem Fall zweifellos ein Prädikatsurteil wäre.

So oder so: Es wird höchste Zeit, dass die Fachwelt sich dieses Buches, das laut Herausgeber usrprünglich "Gegen Heidegger" heißen sollte, intensiv annimmt. Für nichtakademische LeserInnen dürfte der Band von Umfang und Inhalt her allerdings kaum geeignet sein, weil er profundere Vorkenntnisse erfordert. Doch der exzellente Stil und die eingängige Formulierungskunst Anders' sorgt auch ohne intime Fachkenntnisse für großes Lesevergnügen.