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Günther Anders. Philosophieren im Zeitalter der technologischen Revolutionen.

Günther Anders. Philosophieren im Zeitalter der technologischen Revolutionen.
Von Konrad Paul Liessmann

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  • Amazon-Verkaufsrang: #986816 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2002-04-18
  • Originalsprache: Deutsch
  • Einband: Gebundene Ausgabe
  • 180 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Neue Zürcher Zeitung
Philosoph, störrisch
upj. Auch der Wiener Philosophieprofessor Konrad Paul Liessmann hat sich noch einmal mit Günther Anders – dem Zivilisationskritiker, der heuer seinen 100. Geburtstag hätte feiern können – auseinandergesetzt. Liessmann stellt Anders zwar als den genuinen Vertreter einer Philosophie vor, die sich um die Folgen der technologischen Revolution kümmert; darüber aber legt sich eine eigene, subjektive Färbung: Anders ist kein stromlinienförmiger Denker, sondern ein streitbarer Mensch, ein scharfsinniger Publizist mit einem Hang zur Polemik und, noch pointierter, ein durchaus «störrischer Philosoph». In der Tat hat sich Anders, dies ist nachzulesen etwa in seinen «Ketzereien» (1982), dagegen gewehrt, «als Verfasser von unverbindlichen Betrachtungen» rubriziert zu werden; er sah sich als ein Produzent «von Kampfthesen, der es mindestens verdienen würde, attackiert zu werden». Streitbar war Anders nun in der Tat, und eine Historisierung oder Akademisierung seines Werks wären ihm ein Greuel gewesen. – Liessmanns Studie schreibt neben einer analytischen Werkgeschichte auch eine intellektuelle Biographie dieses kämpferischen Moralisten, der der gegenwärtigen Zivilisationskritik einige wichtige Stichworte geliefert hat und der sich doch als Unzeitgemässer verstand. «Wer zu früh kommt, kommt auch nicht zur rechten Zeit» – so Anders in einem Interview von 1982.

upj., Neue Zürcher Zeitung, 25./26. Mai 2002
"Liessmanns Studie schreibt neben einer analytischen Werkgeschichte auch eine intellektuelle Biographie dieses kämpferischen Moralisten, der der gegenwärtigen Zivilisationskritik einige wichtige Stichworte geliefert hat."

Kurzbeschreibung
Konrad Paul Liessmann verdeutlicht in diesem Buch die außerordentliche Aktualität des Philosophen Günther Anders: Gerade angesichts der drängenden Fragen der Gegenwart - von den Biotechnologien über die Allgegenwart der Medien bis hin zu den Problemen von Gewalt, Terror und Krieg - erscheint die Philosophie von Günther Anders unverzichtbarer denn je. Günther Anders (1902 - 1992) war der vielleicht bedeutendste Philosoph der modernen technischen Zivilisation. Schon frühzeitig versuchte er sich dem Phänomen einer vollständig technisierten Welt zu stellen, wobei ihn vor allem das Verhältnis des Menschen zur von ihm selbst geschaffenen Technik interessierte. Anders diagnostizierte ein fundamentales "prometheisches" Gefälle zwischen dem unvollkommenen Menschen und seiner immer perfekter werdenden Technik, das ihn zu seiner vieldiskutierten These von der "Antiquiertheit des Menschen" führte. Alles andere als antiquiert ist hingegen die Philosophie von Günther Anders. Seine bahnbrechenden Analysen des Fernsehens erweisen erst im Zeitalter von Reality-TV und CNN-Nachrichten ihre eigentliche Relevanz und verblüffende Erklärungskraft, sein unerschütterlicher Kampf gegen totalitäre Systeme und die atomare Bedrohung ist gerade in einer Zeit hochaktuell, die offenbar vergessen hat, daß noch immer Tausende Atomsprengköpfe neben unzähligen B- und C-Waffen lagern, seine radikalen Reflexionen zu Auschwitz und Hiroshima können schon wieder als brisanter und provozierender Kommentar zur gegenwärtigen Erinnerungskultur gelesen werden, und seine Überlegungen zum Verhältnis von Moral und Technik könnten der gen- und bioethischen Diskussion der Gegenwart einige entscheidende Impulse geben.