Dialektik der Aufklärung: Philosophische Fragmente
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- Veröffentlicht am: 1988-05
- Originalsprache: Deutsch
- Einband: Sondereinband
- 288 Seiten
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Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Dialektik der Aufklärung
OA 1947 DE 1969Form Sachbuch Bereich Philosophie
Die von Max Horkheimer und Theodor W. R Adorno gemeinsam in den USA geschriebene Dialektik der Aufklärung ist der vermutlich wichtigste Text der kritischen Theorie und ein Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts.
Entstehung: Die Publikationsgeschichte hat dem Text früh eine geheimnisvolle Aura verliehen. 1944 aus Anlass des 50. Geburtstags von Friedrich Pollock (1894–1970) in hektografierter Form publiziert, kursierte lange Zeit nur eine erweiterte Fassung als Raubdruck (Amsterdam 1947). Erst 1969 entschlossen sich die Autoren, den Text weitgehend unverändert wieder zu veröffentlichen.
Inhalt: Es gibt wohl kaum eine fulminantere Entlarvung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse und eine in ihrem wortgewaltigen Pathos düsterere Abrechnung mit dem westlichen Fortschrittsglauben als die Dialektik der Aufklärung. Der einzelne Mensch wird gegenüber den ökonomischen Mächten annulliert, vom Apparat verschlungen, zum Teilchen einer unmündigen Masse degradiert. Der verdinglichte Geist stirbt in der Flut von Information und Amüsement ab, wird zur bloßen Ware. Die Kulturindustrie trägt in subtiler Weise dazu bei, sich der eigenen Verdummung und Versklavung nicht einmal mehr bewusst zu werden. So erweist sich »Aufklärung als Massenbetrug«. Diese alles beherrschende Form eines bloß instrumentellen Verstandes unterdrückt jenes Subjekt, das sich gerade mittels Verstandes von Mythos und Irrationalität befreien und so zum Herrn über sich selbst machen wollte. Am Bild des an den Mast gefesselten Odysseus verdeutlichen Horkheimer und Adorno den ursprünglichen Zusammenhang der Herrschaft des Verstands und Unterdrückung menschlicher Natur.
Die Dialektik der Aufklärung ist nicht nur eine kritische Theorie der modernen Massenkultur, sondern auch radikale Sprach- und Wissenschaftskritik sowie negative Geschichtsphilosophie. Aufklärendes Denken, das untrennbar mit gesellschaftlicher Freiheit verbunden ist, hat in einem dialektischen Prozess die völlige Unfreiheit einer verwalteten Welt hervorgebracht. Dialektik bedeutet hier das (notwendige) Umschlagen einer sich entwickelnden Sache, der Aufklärung, in ihr Gegenteil, in die Unvernunft einer irrationalen Welt. Die dramatische Konsequenz dieser Annahme liegt in der Ausweglosigkeit des erreichten Zustands.
Wirkung: Für die deutsche Soziologie war die Dialektik der Aufklärung von prägender Bedeutung, für die Studentenbewegung bildete sie das elektrisierende Manifest der eigenen Revolte. Philosophisch nüchterner ist sie in die breite Kritik an der wissenschaftlichen Rationalität und ihrer Verengung der Vernunft auf instrumentelles Denken einzuordnen. Wenn die beinahe düstere Prophetie und das pessimistische Pathos der Dialektik spätestens im Laufe der 1980er Jahre gleichsam aus der Mode gekommen sind, so wäre dies für die beiden kritischen Denker wohl nur eine Bestätigung ihrer Theorie gewesen. C. S.
Kurzbeschreibung
Die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfaßte Dialektik der Aufklärung ist der wichtigste Text der Kritischen Theorie und zugleich eines der klassischen Werke der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Philosophische Kritik, Auseinandersetzung mit dem Faschismus und die Resultate langjähriger empirischer Untersuchungen in den USA verschmelzen hier zu einer Theorie der modernen Massenkultur. Mit äußerster gedanklicher Schärfe beleuchten die Autoren die Kehrseite technischen und sozialen Fortschritts: "Aufklärung" als Herrschaft der Vernunft, als Unterwerfung der Natur unter die menschlichen Zwecke wird über sich selbst aufgeklärt.
Autorenporträt
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Horkheimer, Max/Adorno, Theodor W. Horkheimer, Max, dt. Philosoph und Soziologe *14.2.1895 Stuttgart, †7.7.1973 Nürnberg Adorno, Theodor W., dt. Philosoph u. Soziologe R S. 14 *11.9.1903 Frankfurt/M., †6.8.1969 Visp, Schweiz Dialektik der Aufklärung, 1947 Max Horkheimer war zusammen mit Theodor W. R Adorno Begründer und bedeutendster Vertreter der kritischen Theorie (Stichwort R S. 523). Sein Denken hat nicht nur die Sozialwissenschaften, sondern auch das geistige Klima der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig geprägt. Horkheimer war ab 1930 Ordinarius für Sozialphilosophie und Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt/M. 1933 emigrierte er in die USA und wurde Direktor des Institute for Social Research an der Columbia-Universität in New York. Nach dem Krieg kehrte er als Professor für Philosophie und Soziologie wieder nach Frankfurt zurück. Horkheimer zielte in seinem Schaffen darauf, Freiheit und Mündigkeit zu ermöglichen sowie gesellschaftliche Verhältnisse, die diesen Zielen entgegenkommen. Von dieser Intention waren sowohl seine methodologischen und sozialphilosophischen Arbeiten wie auch seine empirische Sozialforschung geleitet. Zu seinen wichtigsten Werken gehören die Studien über Autorität und Familie (1936), Traditionelle und kritische Theorie (1937), Zur Kritik der instrumentellen Vernunft (1947) sowie die gemeinsam mit Adorno verfasste Dialektik der Aufklärung. Biografie: H. Gumnior/R. Ringguth, Max Horkheimer (rm 50208); R. Wiggershaus, Die Frankfurter Schule, dtv 2001
Kundenrezensionen
DAS Buch der Moderne
Die „DDA" ist eines der Hauptwerke seiner Autoren Horkheimer und Adorno. Es trägt den Untertitel „Philosophische Fragmente", und in Splittern stellt sich auch der Inhalt des Buches dar: Es beginnt mit dem „Begriff der Aufklärung", der durch zwei Exkurse ergänzt wird, die den Inhalt des „Begriffes" weiter ausführen. Dann folgt das bekannte Kapitel über die „Kulturindustrie", die „Thesen über den Antisemitismus" (dem umfangreichsten Teil des Buches) und abschließend mehrere Aphorismen. Das Werk schrieben die beiden Autoren im amerikanischen Exil. Sie waren dem massenmordenen deutschen Staat entronnen, schrieben unter diesem Eindruck. Sie stellen die Frage, wieso die vollends aufgeklärte Welt in Barbarei versinkt, obwohl die Mittel zur Abschaffung des Elends bereits erlangt sind. Sie zeichnen die Geschichte der Entwicklung des Denkens, der Subjektwerdung der Menschen und die Geschichte ihrer wissenschaftlichen Begriffe nach. Sie zeigen, wo und wann Aufklärung in ihr Gegenteil umschlägt - sie wenden aufklärerische Kritik auf die Aufklärung selbst an, sie beschreiben die (bisherige) Geschichte als eine Geschichte von Herrschaft. Das Buch ist so hervorragend wie anspruchsvoll. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Spannende und aufschlussreiche Lektüre!
Horkheimer und Adorno haben hier wahrlich mehr geliefert als nur einige "philosophische Fragmente"!
Sie öffnen dem Leser völlig neue Perspektiven, sie vermitteln ihm Schattenseiten dessen, was wir immer wieder Lob preisen.
Adorno und Horkheimer zeigen in diesem Werk brillant auf, welche Folgen die Aufklärung heraufbeschwor. Diese werden ausführlich behandelt, u. a. sei eine der Folgen die totalitären Regimes im 20. Jahrhundert.
Doch die Aufklärung hatte auch negative Folgen für das Individuum , die von den Autoren aufgezeigt werden. So könne der Mensch durch die Aufklärung nicht nur aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit heraustreten, sondern auch durch andere aufgeklärte Menschen in die Unmündigkeit hineingezogen werden. Eine sicherlich sehr wichtige Erkenntnis, wenn man bedenkt mit welchen Mitteln heutzutage große Firmen Werbekampagnen erstellen, die nur darauf ausgerichtet sind Urinstinkte des Menschen zu wecken, auf die er reagiert. Möglich wurde dies nur durch ausgiebige Forschung, die den Menschen und seine Umwelt bis ins letzte Detail rationell zu erklären versucht und darum weiter und weiter forscht, bis auch das letzte Mysterium entmythisiert ist.
Doch die Industrie und die Wissenschaft sind nur einige derjenigen die Horkheimer und Adorno kritisieren.
Zur Sprache und Rhethorik lässt sich sagen, das Beides brillant ist. Leider auch sehr schwer zu verstehen. Die meisten Absätze müssen (wenn man nicht in schwierigen Texten geübt ist) zwei- bis drei mal gelesen werden, bis man ihren wahren Gehalt erkennt, doch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Abschließend kann man also sagen, dass dieses Werk mehr als empfehlenswert ist, da es neue Perspektiven und Sichtweisen eröffnet!
Das Manifest gegen den einseitigen Positivismus
Das Buch in einer praegnanten Rezension zusammenzufassen moechte ich mir nicht zumuten, allzuviele Subideen geistern darin herum. Diese Rezension soll also vielmehr einordnen, in welche Richtung dieses Buch weist und dem interessierten Leser somit einen ersten Zugang ermoeglichen.
Horkheimer und Adorno schreiben in ihrer "Dialektik der Aufklaerung" ein Manifest gegen den aufkeimenden Positivismus der 20er Jahre (Wiener Kreis) und der Folgezeit (Popper). Waehrend die logischen Empiriker und Positivisten sich allzusehr dem Gegebenen, dem Empirischen verschrieben und alle Metaphysik a priori verdammten ("was nicht messbar ist, davon ist nicht zu sprechen"), wandten sich Horkheimer und Adorno noch einmal der Frage zu, inwiefern dieser scheinbar wissenschaftliche Zweig der Philosophie als solcher ueberhaupt gerechtfertigt ist - und somit der Frage, ob denn der Positivismus nicht in sich auch eine Metaphysik sei, also ein durchaus austauschbarer Zweig, eine 'Moeglichkeit' statt eine 'Wahrheit'.
In ihrem hier vorliegenden Werk stellen sie dar, inwiefern die moderne wissenschaftliche Philosophie sich selbst begrenzt und inwiefern sie - zumindest in der einseitig extremen Form des Positivismus - eine Rueckkehr darstellt, mehr als einen Fortschritt.
Das Buch ist schwierig zu lesen - finde ich zumindest - da es keine Einleitung in das Gebiet darstellt, sondern von Anfang an eine erhitzte subjektive intrinsische Debatte bietet, in die ein allzu sorglos wandernder Leser vielleicht ein wenig verloren blicken mag.
Liest man aber mutig weiter und ergaenzt die Lektuere vielleicht mit einigen Schriften beispielsweise des Wiener Kreises, so versteht man bald, aus welcher Haltung Adorno und Horkheimer das Werk verfassen mussten, und lernt es schaetzen.
Lesenswert.




